Wie sich Materialkosten bei Drehteilen deutlich senken lassen | Experteninterview

Alles, was es braucht? Einen Blick auf die Zeichnung.

Im Experteninterview verraten Ihnen Volker Wolf (Kaufmännischer Geschäftsführer) und Thomas Heimlich (Techniker) von MN Kaltformteile, wie Sie Ihre Kosten für Drehteile drastisch senken können.

Volker Wolf
Volker Wolf
Kaufmänn. Geschäftsführer

✅ Tägliche operative Verantwortung für Bauteillösungen in der Kaltumformung

✅ Praxiswissen statt Theorie – direkt aus dem Tagesgeschäft

✅ Direkter Einblick in Kundenanwendungen und -anforderungen

Thomas Heimlich
Thomas Heimlich
Technische Beratung / Verkauf

✅ Ausbildung zum Werkzeugmechaniker, Dipl.-Ingenieur Maschinenbau/Produktionstechnik

✅ Jahrzehntelange Praxis in der Kaltumformung, u. a. als Betriebsleiter, seit 2010 bei MN

✅ Technische Kundenprojekte & Produktentwicklung in Großserie als Tagesgeschäft

Volker Wolf
Volker Wolf:

Herr Heimlich, heute sprechen wir über ein Bauteil, das auf den ersten Blick völlig unspektakulär aussieht. Ein einfacher zylindrischer Artikel mit wenigen Bearbeitungen.

Und trotzdem konnten wir die Materialkosten und Fertigungskosten dieses Drehteils für unseren Kunden deutlich senken.

Wie haben wir das geschafft?

 

Thomas Heimlich
Thomas Heimlich:

Genau das macht diesen Fall so interessant. Der Artikel lief bereits seit vielen Jahren als Drehteil. Niemand hatte die ursprüngliche Fertigungstechnologie mehr hinterfragt.

Dabei war das Bauteil konstruktiv eigentlich hervorragend für eine Umstellung auf Kaltfließpressen geeignet.

Warum werden solche Bauteile oft nicht hinterfragt?

Volker Wolf
Volker Wolf:

Das erleben wir häufig: Ein Artikel läuft jahrelang unverändert. Warum wird die Fertigungstechnologie oft nicht mehr hinterfragt?

 

Thomas Heimlich
Thomas Heimlich:

Weil sich Fertigungsprozesse im Laufe der Zeit etablieren. Irgendwann heißt es: „Solche Teile wurden schon immer gedreht.“

Aber die entscheidende Frage lautet: Muss es überhaupt gedreht werden?

Gerade ältere Zeichnungen wurden häufig zu einer Zeit erstellt, als andere Fertigungstechnologien oder Lieferanten im Einsatz waren. Heute gibt es oft wirtschaftlichere Lösungen.

Das Bauteil sah doch sehr einfach aus. Gab es wirklich so viel Materialkosten zu senken?

Volker Wolf
Volker Wolf:

Viele würden vermuten, dass gerade einfache Teile kaum Optimierungspotenzial bieten.

 

Thomas Heimlich
Thomas Heimlich:

Oft sind gerade die einfachen Teile besonders interessant. Denn bei hohen Stückzahlen wirken bereits wenige Cent Einsparung pro Teil enorm.

Das Bauteil bestand im Wesentlichen aus:

  • einem Schaft,
  • einem Mittelbund,
  • und einer Kupp-Bearbeitung an den Enden.

Auf den ersten Blick scheint die Fertigungstechnologie bereits festzustehen: ein typisches Drehteil. Doch genau solche vermeintlich eindeutigen Bauteile bergen häufig das größte Optimierungspotenzial. Denn nicht jede Geometrie, die wie ein Drehteil aussieht, sollte auch als Drehteil gefertigt werden.

Wie erkennt man Optimierungspotenzial, um Materialkosten zu senken?

Volker Wolf
Volker Wolf:

Wie gehen Sie vor, wenn Sie eine Anfragezeichnung erhalten? Worauf achten Sie zuerst?

 

Thomas Heimlich
Thomas Heimlich:

Wir betrachten zunächst nicht die bisherige Fertigung. Wir betrachten die Geometrie.

Dabei stellen wir uns Fragen wie:

  • Wo entsteht Materialabtrag?
  • Welche Bereiche lassen sich umformen?
  • Welche Funktionen sind tatsächlich notwendig?
  • Welche Toleranzen sind kritisch?
  • Wo entstehen beim Drehen unnötige Material- oder Zerspanungskosten?

Erst danach entscheiden wir, welche Technologie die beste Lösung ist.

Was machte dieses Drehteil besonders geeignet, um hier Materialkosten durch Kaltumformung zu senken?

Volker Wolf: Was hat dieses Bauteil für das Kaltfließpressen prädestiniert?

 

Thomas Heimlich: Der größte Teil der Geometrie ließ sich umformen statt spanend herstellen. Und genau darin liegt der wirtschaftliche Vorteil: Beim Kaltfließpressen wird Material verdrängt. Beim Drehen wird Material entfernt.

Jeder Span ist letztlich bezahltes Material, das später im Spänecontainer landet.

Genau hier liegt bei vielen Drehteilen erhebliches Potenzial, Materialkosten zu senken.

Aber auch MN bearbeitet das Teil nach?

Volker Wolf
Volker Wolf:

Besonders spannend ist: Selbst wir bearbeiten die Schaftenden anschließend noch spanend nach. Warum ist das Produkt trotzdem günstiger?

 

Thomas Heimlich
Thomas Heimlich:

Das ist ein weit verbreitetes Missverständnis. Kaltfließpressen bedeutet nicht zwangsläufig: „100 % ohne Zerspanung.“ Entscheidend ist, wie viel der Geometrie bereits wirtschaftlich umgeformt werden kann.

Wenn 80 oder 90 Prozent der Geometrie bereits im Kaltfließpressprozess entstehen, bleiben oft nur wenige Nachbearbeitungen übrig. Diese Kombination aus Umformen und gezielter Nacharbeit ist häufig die wirtschaftlichste Lösung.

Welche Vorteile hatte der Kunde neben dem Senken der Materialkosten?

Volker Wolf
Volker Wolf:

Welche konkreten Vorteile ergaben sich für den Kunden?

 

Thomas Heimlich
Thomas Heimlich:

Mehrere:

  • geringere Stückkosten,
  • höhere Festigkeit durch Kaltverfestigung,
  • wirtschaftliche Serienfertigung,
  • daneben wird durch die Materialeinsparung und der energieeffizienteren Produktion auch die CO₂-Bilanz des Produkts verbessert.

Und das Wichtigste: Der Kunde musste seine Funktion nicht ändern. Lediglich die Herstellungstechnologie wurde neu gedacht.

Welche Botschaft möchten Sie Konstrukteuren und Einkäufern mitgeben, wenn Sie ihre Materialkosten senken möchten?

Volker Wolf
Volker Wolf:

Wenn Sie Entwicklern und Einkäufern nur einen Rat geben könnten – welcher wäre das?

 

Thomas Heimlich
Thomas Heimlich:

Hinterfragen Sie regelmäßig bestehende Zeichnungen. Nur weil ein Bauteil seit zehn Jahren als Drehteil gefertigt wird, bedeutet das nicht, dass dies heute noch die beste Lösung ist.

Gerade in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten liegen erhebliche Einsparpotenziale oft bereits im bestehenden Teileportfolio.

Gerade bei langjährig unverändert gefertigten Drehteilen lassen sich Material- und Fertigungskosten häufig deutlich reduzieren, ohne die Funktion des Bauteils zu verändern.

Materialkosten senken? Wir rechnen es für Sie durch!

Volker Wolf
Volker Wolf:

Das bedeutet also: Nicht jede Optimierung beginnt mit einer Neuentwicklung. Manchmal genügt es, die bestehende Zeichnung mit einem neuen Blick zu betrachten.

 

Thomas Heimlich
Thomas Heimlich:

Ganz genau. Unsere Erfahrung zeigt: Die größten Potenziale liegen häufig nicht in neuen Produkten – sondern in bestehenden Teilen, die seit Jahren niemand mehr hinterfragt hat. Und genau dabei unterstützen wir unsere Kunden.

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Der erste Schritt zu einer erfolgreichen Umsetzung ist die Kontaktaufnahme. Teilen Sie uns Ihre Anforderungen mit – wir hören zu, analysieren und bieten Ihnen Lösungen, die Ihren Anforderungen gerecht werden. Wir freuen uns darauf, mit Ihnen zusammenzuarbeiten!

– Volker Wolf, Kaufmännischer Geschäftsführer & Marketingleiter

Portrait von Volker Wolf, Kaufmänn. Geschäftsführer bei MN Kaltformteile

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